
Gedanken von Paula Christophersen
(EMEYF Spring Gathering 2026)
Am Dienstagnachmittag kamen wir für ein Gespräch aus der Stille zusammen, in dem es darum ging, wie wir eine Gemeinschaft sein könne, in der alle willkommen sind. Auch vorher schon hatte es in unserer Signal-Gruppe, in Online-Treffen und beim Annual Meeting Austausch darüber gegeben, wie wir uns im Hinblick auf Kinder bei EMEYF Treffen fühlen und wie wir Eltern, kinderlose und kinderfreie Freund:innen gleichermaßen willkommen heißen können.
Ich habe an diesem Gespräch von meinem Wohnzimmer aus teilgenommen, und war doch ganz dabei. Ich war bei den langjährigen EMEYFer:innen und denen, die zum ersten Mal dabei sind. Ich war bei den Freund:innen in ihren Zwanzigern und Dreißigern. Ich war bei den Eltern und den kinderfreien Leuten. Ich war bei denen, die um Schwangerschaften oder Kinder trauern, die sie verloren haben. Ich war bei denen, die zwischen zerbrechlicher Hoffnung und spürbarem Trauma gefangen sind. Ich habe die Freude über die anwesenden Kinder gesehen und den Zweifel, ob schwere Trauer gleichermaßen willkommen ist. Ich habe die Tränen und die Umarmungen und die Verletzlichkeit in den Zeugnissen, die geteilt wurden, gespürt. Ich war berührt von dem Zutrauen, dass die Freund:innen, die ihre Geschichten erzählt haben, der Gruppe entgegenbrachten. Ich war bei den Freund:innen, die heute keine Wortbeiträge gemacht haben. Ich war bei den Freund:innen, die in früheren Gesprächen ihre Sorge, als neue Eltern nicht mehr willkommen zu sein geäußert hatten und bei denen, die ihr Bedürfnis nach Erwachsenengesprächen formulierten, die sich nicht ums Elternsein drehen.
Ich fühlte, wie wir all das hielten, die vielfältigen Lebenserfahrungen mit oder ohne Kinder, das Bedürfnis und das Zögern, über ebendiese zu sprechen, die Freude und den Schmerz, die Trauer und die Güte, die Sehnsucht der Freund:innen nach dieser spirituellen Gemeinschaft junger Erwachsener und das Bestreben der Gemeinschaft, dass sich alle gleichermaßen willkommen geheißen fühlen.
Wie wir uns mit diesen tief schürfenden, und oftmals komplizierten Gefühlen konfrontiert sahen und danach strebten, ihnen allen gerecht zu werden, kam mir ein Lieblingszitat von Rachel Held Evans in den Sinn. In ihrem Buch „Es ist kompliziert. Wie ich glaube, ohne zu verzweifeln: Kirche leben, leiden und lieben“ schreibt sie:
“Imagine if every church became a place where everyone is safe, but no one is comfortable. Imagine if every church became a place where we told one another the truth. We might just create sanctuary.”
(dt. “Stell dir vor, jede Kirche würde ein Ort werden, der für jeden sicher, aber für niemandem bequem ist. Stell dir vor, jede Kirche wäre an Ort, an dem wir uns die Wahrheit sagen. Wir könnten einen Zufluchtsort schaffen”)
Was meinen wir denn, wenn wir sagen, dass wir bei EMEYF alle willkommen heißen wollen? Hält uns ein unausgesprochener Glaube daran, dass sich alle wohlfühlen sollen, zurück? Was wäre, wenn wir uns stattdessen das Ziel setzen, eine Gemeinschaft zu sein, in der Ehrlichkeit willkommen ist, auch wenn – oder vielleicht gerade wenn wir Sorge haben, dass die Wahrheit umbequem wäre? Ich beginne zu glauben, dass eine Gemeinschaft zu sein, die Freund:innen zwischen 18 und etwa 35 Jahren willkommen heißt, von uns die Übung verlangt, die Angst vor dem Unwohlsein zu überwinden, damit wir besser und besser darin werden, das ganze bunt-komplizierte Spektrum unserer Lebenserfahrungen zu bezeugen.
Das Bild habe ich während des Gesprächs gemalt.:
Reflections by Paula Christophersen
(EMEYF Spring Gathering 2026)
On Tuesday afternoon, we came together for a session of worship sharing around building a welcoming community at EMEYF gatherings. There had been previous exchanges in our group chat, in online sessions and at Annual Meeting about our feelings around having kids at EMEYF gatherings and about making our gatherings a welcoming space for parents, as well as childless and childfree Friends.
I took part in this session from my living room, but I was there with everyone. I was there with the long standing EMEYFers and the first time attenders. I was there with the Friends in their twenties and thirties. I was there with the parents and the childfree people. I was there with those grieving pregnancies and children they have lost. I was there with those torn between fragile hope and impactful trauma. I witnessed the joy of having children in our midst and the doubt of wether the heaviness of grief would be equally welcome. I felt the tears and the hugs and the vulnerability in the testimonies that were being shared. I was touched by the trust extended to our group by everyone who shared their story. I was there with the Friends who didn’t make spoken contributions. I was there with the Friends who had previously voiced their fear of no longer being welcomed as new parents, as well as those who expressed a need for grown-up conversations that do not revolve around parenthood.
I felt us holding all this, the diverse experiences of life with or without children, the need and the hesitation to talk about them, the joy and the pain, the grief and the grace, Friends’ longing for this spiritual community of young adults and the community’s longing for everyone to feel equally welcome.
As we were contemplating the deep, and sometimes complicated, feelings that Friends were expressing and our desire to do them all justice, I was reminded of a favourite quote by Rachel Held Evans. In her book “Searching for Sunday. Loving, Leaving and Finding the Church” she wrote:
“Imagine if every church became a place where everyone is safe, but no one is comfortable. Imagine if every church became a place where we told one another the truth. We might just create sanctuary.”
What do we mean by making everyone feel welcome at EMEYF gatherings? Are we being held back by an implicit belief that everyone should be comfortable? What would happen if we aimed instead at building a community that invites honesty, even when – or maybe especially when we fear that the truth might make things awkward or uncomfortable? I am starting to believe that being a welcoming community for all Friends between the ages of 18 to 35-ish requires us to practice pushing through our fear of causing discomfort so we can get better and better at witnessing the entire messy rainbow of our varied life experiences.
I painted the picture during the session.
Liebe Paula, ein sehr schöner, mich bewegender Text! Liebe Freundschaftsgrüsse, Wilfried